Alkohol schenken ist immer so eine Sache. Vor allem in der geschilderten Situation. Selbst wenn man mit dem Hotelier gut bekannt ist und weiß, daß er bestimmte hochprozentige Dinge gerne trinkt und seinen Geschmack mit Sicherheit trifft - dann überreicht man es eher diskret und nicht vor versammelter Mannschaft. Schließlich hat ein Hoteldirektor für sein Personal auch eine Vorbildfunktion, erwartet vom Personal jederzeit vorbildliches Verhalten und (in muslimischen Ländern) durchaus auch die Einhaltung religiöser Tugenden - inkl. Verzicht auf Alkohol. Zumindest während der Arbeitszeit. Schenkt man dem Hotelier unsensiblerweise nun eine Flasche Alkohol, kann man ihn in eine unangenehme Situation bringen. Das Geschenk zurückzuweisen, wäre unhöflich. Durch die zwangsläufige Annahme des Geschenkes steht der Hotelier evtl. vor seiner Mannschaft als inkonsequent da.
Andere Geschenke wären da sicherlich sinnvoller gewesen. Gute Schokolade und erlesene Pralinen (sicherheitshalber natürlich alkoholfrei) kommen in der Türkei eigentlich immer gut an. Dazu noch ein Edel - Kugelschreiber mit Namensgravur, eine schöne Krawattennadel, eine schöne Laptoptasche, ein edles Taschenmesser o. ä. wäre sicherlich ein stilvolleres und angemesseneres Gastgeschenk gewesen. Eine Flasche Alkohol kommt mir auch bißchen mager für eine großzügige Einladung einer Firma vor.
@ Ute - das, was Du da vom GM des Leetonia schreibst, erinnert mich an einen ägyptischen Hotelier (Moslem, kein Kopte). Der will immer Fleischwurst haben. Gegessen wird sie erst, wenn es dunkel ist. Dann sieht Allah es angebl. nicht und da Allah kein Deutsch kann, kann er auch die Zutatenliste nicht lesen

Meint zumindest der Hotelier, der natürlich weiß, daß in der Fleischwurst Schweinefleisch enthalten ist. Ich bringe ihm auch gerne seine Wurst mit - es steht mir nicht zu, ihm was vom Islam zu erzählen. Aber die wird diskret unter 4 Augen und sicherheitshalber auch schön mit Geschenkpapier umwickelt überreicht, damit er vor seinem Personal nicht blöd dasteht.