Da hast Du recht. Nie im Leben hätte ich gedacht dass ich mir um eine Reise nach Spanien wegen instabiler politischer Verhältnisse Gedanken machen muss.
Nee, damit hätte wirklich noch vor wenigen Wochen niemand gerechnet - nicht in Spanien,
nicht in einem Land der EU.
Wer sich die zunehmenden Probleme einiger Länder anschaut wird sich m.M.n in Zukunft noch mehr Gedanken machen müssen.
Nullzinspolitik, Wirtschaftliche (dauerhafte) Verarmung der Mittelmeerländer, Brexit, Flüchtlingskrise, Bankenkrisen, Rechtsdruck, Terror usw ......
Die Möchtegernunabhängigkeit von Katalonien ist doch nur ein Spiegelbild globaler Entwicklung und im Zweifelsfalle gilt "Ich wüßte nicht, was ich falsch gemacht habe"
Wir wissen natürlich nicht, ob Deine Prognose zur Realität wird oder meine Einschätzung. Ich sehe es nicht jedenfalls so dramatisch.
* Thema Nullzins Politik: Wird sich wieder ändern, kann natürlich 10 und mehr Jahre dauern. Die unmittelbaren und wirklich spürbaren Folgen sind für den Durchschnittsbürger nicht so dramatisch, fallweise sogar von Vorteil.
* Wirtschaftliche Verarmung der Mittelmeerländer: Das wirtschaftliche Gefälle zwischen Nord/Westeuropa und Südeuropa war schon immer sehr groß. Selbst innerhalb eines Landes wie Italien, gibt es ein extrem großes Gefälle, so zwischen der Region Milano und z.B. Kalabrien.
* Das Flüchlingszenario schaut aktuell so aus. Derzeitig (zugegeben eine kurzfristige Betrachtung) hat sich der Zustrom erheblich reduziert. Waren es in 2015 in Deutschland immerhin 890.000 Flüchtlinge, sind es bereits in 2016 rund rund 2/3 weniger gewesen, nämlich "nur" noch 280.000. Wobei es saldiert sogar "nur" 200.000 waren, weil tatsächlich 80.000 Flüchtlinge und Asylanten wieder in Ihre Heimat (freiwillig oder qua Anweisung) zurück gegangen sind. Aktuell sind es von Anfang Januar 2017 bis September "nur" noch etwa 130.000 Flüchtlinge. Damit wird die Zahl von 2016 sehr deutlich unterschritten werden. Wie gesagt ist das natürlich eine sehr kurzfristige Betrachtung die auch nicht unterstellt, dass sich dieser Trend so fortsetzt. Vor allem wissen wir nicht, wie sich die Situation in Zentralafrika entwickelt, denn inzwischen kommen von dort mehr Flüchtlinge als z.B. aus Syrien etc. Man muss allerdings auch wissen, dass in bestimmten Ländern im Nahen Osten und ebenso in Nord-und Zentral Afrika inzwischen die Botschaft immer häufiger ankommt, dass die Länder in Europa
doch nicht so ganz die Erfüllung aller Träume sind und dass das vermeintliche Anspruchsdenken auf Asyl immer schwerer durchzusetzen ist. Trotz aller Entwicklungen wird das Thema Flüchtlinge natürlich eines der zentralen Kernaufgaben der EU bleiben. Dabei besteht die Gefahr, dass sich Europa wegen der Flüchtlinge aufreibt, weil es höchst unterschiedliche Auffassungen dazu gibt.
* Der Wille nach Eigenständigkeit in einzelnen Regionen in Europa ist auch nicht neu. Egal ob Katalanen, Basken, Südtiroler, Schotten oder die Bürger der Region Flandern. Das ist
seit Jahrzehnten in diesen Regionen mehr oder weniger ein ausgeprägtes Thema. Die Südtiroler haben es nach meiner Meinung sehr geschickt und elegant gelöst.
Alle Themen die Du aufgeführt hast, kann man nicht von der Hand weisen oder schön reden. Trotzdem hat Europa in der Vergangenheit ganz andere Krisen die viel tiefgreifender waren letztendlich auch überstanden. So den 1. Weltkrieg mit 17 Millionen Toten in nur 4 Jahren und den 2. Weltkrieg mit kaum zu glaubenden rund 65 Millionen Toten. Trotz dieser "Welt-Katastrophen" an der Deutschland leider federführend beteiligt war, zählt Deutschland heute zu den weltweit führenden Nationen. Rund 80% der Deutschen geht es sehr gut. Viel besser als den meisten Menschen auf der Welt.
Nein wir sollten nichts schönreden und wir sollten dem Terrorismus mit einem riesengroßen Respekt entgegentreten. Aber wir sollten auch sehr selbstbewusst für uns in Anspruch nehmen, dass wir die von Dir aufgezeigten "Probleme" meistern werden. So wie die Menschheit in der Vergangenheit schon ganz andere Probleme gemeistert hat.
Leider (oder Gott sei Dank) sind wir häufig zu ungeduldig.