@ Charly B
weils dich interessiert, mal meine Erinnerung, d.h. aber nicht daß es alle so gemacht haben.
Man kann die Essenspreise und die heute üblichen bis 10% so nicht vergleichen, man muß hier auch die Durchscnittsverdienste sehen.
In einer einfachen Gaststätte/Kneipe bekam man ein Schnitzel mit Kartoffeln und etwas Krautsalat als Beilage schon für 4-7 Mark/DDR, ein Bier 0,25l für 0,49-0,51Mark. Das Trinkgeld wurde meist auf die nächste volle Mark aufgerundet plus 1 Mark.
In einem guten Restaurant gab es Essen um 12-15 Mark oder auch mehr. Da man meist zu zweit war und ein Getränk hatte lag das Trinkgeld dann bei 4-5 Mark, für den Durchschnittsbürger, Persönlichkeiten ließen da mehr springen. Hier muß man die vollkommen unlogische Preisbildung in allen Bereichen sehen. Z.B. bekam ich als Dipl.Ing 1989 um 800Mark Netto im Monat, ein Winteranorak/Nylon, bei uns Dederon, kam für einen Erwachsenen um 300 Mark in den Exquisitläden, die Miete für meine 60m² warm einschließlich NK lag bei 70Mark. Kinderkleidung und Nahrungsmittel waren extrem subventioniert. All diese Verhältnisse muß man bei einem Trinkgeldvergleich mit heranziehen. So gingen viele nur auf ein Bierchen und zu essen mal einen Tatar für 2,50 oder eine Raffinierte Stulle in ihr Stammkneipchen. Man kann einfach dieses Preisgefüge nicht auf die heutige Zeit übertragen. In vielen Berufen war das monatliche Trinkgeld höher als der Verdienst. Dazu kam, daß es viele Artikel nur "unter dem Ladentisch" gab, so wanderte dort auch noch einiges von Hand zu Hand.